Wie schon im vergangenen Jahr schlugen die Münster Phoenix ihre Zelte in Esens (Niedersachsen) auf. Vom 06.03.2026 bis zum 08.03.2026 stand dort alles im Zeichen von Teambuilding, Detailarbeit und einem klaren Neustart: Die American Footballer gehen 2026 mit nur einem Team in der Regionalliga NRW an den Start – und mit reichlich frischem Wind an der Seitenlinie.
Am zweiten gab es ein Scrimmage gegen die Oldenburg Knights - Foto: Oliver Jungnitsch
Angeführt wird das neue Trainerteam von Head Coach Jonathan Kuban. Ihm zur Seite stehen Defense Coordinator René Hesse, Defense Quality Control Niklas Kuhlmann, Linebacker Coach Niels Dieckmann, Defensive Line Coaches „Trucker“ Dave, Robert Joksch und Julian Heitmann, Defense Quality Control Oleg Zimmerling, Offensive Line Coach Christian Marx sowie Wide Receiver Coach Achim Bah. Eine breite und differenziert aufgestellte Coaching-Crew, die in Esens erstmals über mehrere Tage intensiv zusammenarbeitete.
Phoenix Head Coach Jonathan Kuban war mit dem Camp sehr zufrieden - Foto: Oliver Jungnitsch
Auftakt im Regen – Charaktertest auf tiefem Boden
Der Startschuss fiel am Freitagabend um 20:00 Uhr. Zwei Stunden Training auf tiefem, vom Regen aufgeweichtem Rasen verlangten den Spielern sofort alles ab. Kein leichter Einstieg – aber ein erster Härtetest in Sachen Einstellung.
Am Samstagmorgen folgte ein gemeinsames Training inklusive Scrimmage gegen die Oldenburg Knights. An der Sideline der Knights stand mit Fabian Kratz ein alter Bekannter aus NRW-Football-Zeiten, inzwischen O-Line-Coach in Oldenburg. Für die Phoenix war es das erste Kräftemessen mit einem anderen Jersey, nachdem ein ursprünglich geplantes Testspiel zuvor nicht hatte stattfinden können.
„Das erste Testspiel hat ja leider nicht stattgefunden, deswegen war es das erste Mal, dass wir jetzt gegen ein anderes Gesicht oder andere Jerseys gespielt haben“, ordnete Kuban später ein. „Dass da immer noch Sachen nicht 100 Prozent sitzen, völlig normal. Aber ich glaube, sowohl ich als auch René haben beide das gesehen, was wir uns erhofft haben und sehen wollten. Und deswegen passt das auch.“
Am Nachmittag bat das Trainerteam zur nächsten Einheit, ehe am Sonntag auf Kunstrasen der Schlusspunkt gesetzt wurde. Neben zahlreichen Theorieeinheiten entstanden auch offizielle Spielerfotos. Den stimmungsvollen Abschluss bildete eine sehenswerte Kurzversion der Halftime-Show des letzten Super Bowls – ein entspannter Ausklang nach intensiven Tagen - hier ist der passende Link.
Am letzten Tag des Camps wurde ohne Pads trainiert - Foto: Oliver Jungnitsch
Zwei Ziele – beide erreicht
Im Gespräch zeigte sich Head Coach Jonathan Kuban insgesamt sehr zufrieden: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Trainingslager. Also wir haben, glaube ich, eigentlich immer zwei Ziele, die so im Trainingsregal stehen. Das ist, dass man als Mannschaft besser zusammenwächst, vor allem neben dem Feld und eben dann aber auch nochmal ein paar Abstimmungssachen, die man vielleicht im Training bis hierhin festgestellt hat, nochmal an der Detailarbeit arbeiten kann. Ich glaube, dass wir beide Sachen geschafft haben.“
Gerade der Teamzusammenhalt habe ihm imponiert. „Vor allem der Teamzusammenhalt hat mir wieder sehr gefallen. Das auf dem Feld muss man halt noch so ein bisschen im Video überprüfen, aber so auf den ersten Blick auch das sehr gut. Also für uns zwei sehr erfolgreiche Tage.“
Die Zeit in Esens wurde auch für die Erstellung neuer Spielerfotos genutzt - Foto: Oliver Jungnitsch
Highlights im Verborgenen – Mentalität im Fokus
Nach High- und Lowlights gefragt, reagierte Kuban zunächst lachend: „Die Highlights kann ich nicht sagen. Die sind unter Verschluss von gestern Abend.“ Ernsthafter wurde er beim Blick auf die sportliche Seite: „Ich glaube, die Highlights waren tatsächlich die Art und Weise – klingt jetzt banal – wie wir mit dem Platz umgegangen sind. Der Rasenplatz war zu bespielen, aber ich kenne auch genug Teams, die dann auf so einen Platz kommen und sagen: ‚Nee, kein Bock.‘“
Sein Team habe die Bedingungen angenommen – kompromisslos. „Die haben das alle angenommen, haben das komplett durchgezogen von vorne bis hinten, auch im Scrimmage gegen Oldenburg. Das war mir wichtig, dass wir da nicht direkt so eine schlechte Grundstimmung haben, weil die mit dem Platz nicht zufrieden sind. Das fand ich sehr gut.“
Echte Tiefpunkte? Fehlanzeige. „Lowlights wüsste ich gar nicht, um ehrlich zu sein. Essen war gut, da kann man sich nicht beschweren. Das Wetter war gestern irgendwann sehr diesig, neblig und kalt. Das war nicht so schön – aber das war wirklich das Einzige.“
Nächster Härtetest gegen Amsterdam
Viel Arbeit, viele neue Gesichter im Staff und eine Mannschaft, die sichtbar enger zusammengerückt ist – die Richtung stimmt bei den Phoenix. Am kommenden Samstag wartet bereits der nächste Prüfstein: Auf heimischem Platz empfangen die Münsteraner die Amsterdam Crusaders zum Testspiel.
Nach drei intensiven Tagen in Esens dürfte klar sein: Diese Mannschaft ist bereit, den nächsten Schritt in der Regionalliga NRW zu gehen – mit Matsch an den Schuhen, aber klarer Vision im Kopf.
Oliver Jungnitsch für NRW Football
Bildergalerien der einzelnen Tage:
Camp Tag 1
Camp Tag 2
Camp Tag 3