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Fast acht Monate mussten sich die Fans des American Footballs gedulden, ehe sie ihre Minden Wolves wieder in Aktion erleben durften. Das letzte Heimspiel im Weserstadion liegt sogar über ein Jahr zurück. Nach einer Saison, die aufgrund der Renovierungsarbeiten überwiegend auf dem Sportplatz des Besselgymnasiums stattfand, kehrt das Wolfsrudel am Samstag endlich in sein Wohnzimmer zurück.
Phil Gamble: „Wir wollen sehen, wo wir stehen“ Archivfoto: Oliver Jungnitsch
Zwar beginnt die neue Saison erst in zwei Wochen, doch die Wolves möchten sich ihren Fans bereits jetzt mit zahlreichen Neuzugängen präsentieren. Im Testspiel gegen den letztjährigen Regionalliga-Vizemeister aus Niedersachsen, die Hannover Grizzlies, hofft das Team auf einen gelungenen Start ins Footballjahr 2025. „Wir haben bewusst einen starken Gegner für das abschließende Vorbereitungsspiel gewählt, um zu sehen, wo wir aktuell stehen“, erklärt Headcoach Phil Gamble.
Von seiner Mannschaft erwartet der Cheftrainer ein klares Signal: „Wir wollen in der kommenden Saison um die Meisterschaft mitspielen – das muss man gleich zu Beginn zeigen.“ Besonders im Hinblick auf den Saisonauftakt in zwei Wochen, wenn die Wolves ausgerechnet auf die als Topfavoriten gehandelten Solingen Paladins treffen, soll das Spiel gegen Hannover Selbstvertrauen geben. Von seiner Offense erwartet Gamble spürbare Fortschritte: Im vergangenen Jahr war es vor allem das Special Team, das für die meisten Punkte der Wölfe sorgte – das soll sich 2025 ändern.
Mit einem Spaziergang rechnet der Coach am Samstag (Kickoff: 15 Uhr) jedoch nicht. Die Grizzlies, die 2022 erstmals in die 3. Liga aufgestiegen sind, mischten seither in jeder Saison im Titelrennen mit. Auch dieses Jahr dürfte das Team von Headcoach Gerrit Hohenhoff ein Wörtchen um die Meisterschaft mitreden.
Nach der lang ersehnten Rückkehr ins Weserstadion setzen Gamble und seine Spieler auf kräftige Unterstützung von den Rängen. „Wir wünschen uns, gemeinsam mit unseren Zuschauern wieder eine große Football-Familie zu bilden“, so der Appell des Headcoaches an alle heimischen Fans. „Bei gutem Wetter hoffen wir auf entsprechend großen Zuspruch.“
Ali Omar auf dem Sprung in die Nationalmannschaft - Foto: Oliver JungnitschIm vergangenen Jahr wurde er folgerichtig zum „Offense Player of the Year“ seines Teams gewählt. Nun scheint der nächste große Schritt möglich: ein Platz in der deutschen Nationalmannschaft. Beim jüngsten Sichtungslehrgang in Frankfurt – durchgeführt von der deutschen Auswahl – konnte der in Syrien geborene und in Deutschland aufgewachsene Lineman auf ganzer Linie überzeugen. Eingeladen hatte unter anderem Gerrit Meister, Headcoach der Hildesheim Invaders und in der Nationalmannschaft für die Offensive Line zuständig. Meister ist regelmäßig als Gasttrainer in Minden tätig und wurde so auf Omar aufmerksam.
„Als ich in Frankfurt auf dem Nebenplatz der Commerzbank-Arena ankam, waren wir rund 90 Spieler – alle für unterschiedliche Positionen“, berichtet Omar. „Mir wurde schnell klar, dass ich der einzige Spieler war, der nicht aus der GFL1 oder der European League of Football kam. Das hat mich aber eher angespornt als verunsichert.“ Tatsächlich hatte Omar bisher nur in der Oberliga gespielt – im Vergleich zur Konkurrenz eine untere Spielklasse. Dennoch wollte er die Gelegenheit nutzen, sich auf höchstem Niveau zu präsentieren. Und das tat er eindrucksvoll.
Nach einem Warm-up folgte ein umfassender Combine mit verschiedenen Athletik-Tests: Bankdrücken mit 100 Kilogramm, 40-Yard-Dashs mit Zwischenzeiten über 10 und 20 Yards, L-Cone-Drills, Shuttle-Runs und ein abschließender Hochsprung standen auf dem Programm. „Mit meinen Werten war ich absolut zufrieden“, so Omar. Auch in den anschließenden Übungen machte er eine gute Figur. Am Ende war er einer von nur fünf Spielern, die den Vormittag erfolgreich absolvierten und zur Nachmittagseinheit eingeladen wurden. Dort wartete zunächst eine intensive Theorieeinheit: In nur eineinhalb Stunden musste ein Playbook mit rund 14 Spielzügen erlernt werden.
Der zweite Teil des Tages begann erneut mit individuellen Technikübungen, gefolgt von positionsspezifischem Training. In den One-on-One-Duellen wusste Omar zu überzeugen. Den Abschluss bildete ein Scrimmage, ein Trainingsspiel mit vollständiger Offense- und Defense-Formation. „Da kam es darauf an, das Playbook exakt umzusetzen. Ich war als Center im Einsatz – und einige gute Plays sind mir gelungen“, so Omar. Auch Gerrit Meister zeigte sich beeindruckt: „Er war von meiner Leistung angetan, sieht noch viel Potenzial in mir und hat mir bestätigt, dass meine Entwicklung in die richtige Richtung geht“, berichtet Omar. „Er traut mir zu, in den Kader der Nationalmannschaft zu rutschen.“ Eine endgültige Entscheidung zur Nominierung für das Jahr 2025 steht noch aus. Die Chancen stehen jedoch nicht schlecht. Und falls es nicht auf Anhieb klappt, bleibt Omar gelassen: „Wenn nicht in diesem Jahr, dann eben im nächsten.“
Für den Teamkapitän der Minden Wolves war der Tag in Frankfurt in jedem Fall eine wertvolle Erfahrung. „Allein die Teilnahme hat sich gelohnt. Es ging für mich in erster Linie darum, eine professionelle Einschätzung zu bekommen. Ich habe mich unter den Spielern sehr wohlgefühlt – besonders die hohe Intensität des Lehrgangs hat mich beeindruckt.“
Verfasser und verantwortlich für den Inhalt: Volker Krusche - Minden Wolves
Wide Receiver Tammo Vroom - Foto: Thorsten Lösche
Tammo Vroom begann seine Footballkarriere 2018 bei den Ritterhude Badgers. Über die Oldenburg Knights, für die er ab 2020 auflief, führte sein Weg 2022 in die GFL2 zu den Hamburg Huskies. Eine Verletzung verhinderte jedoch, dass er in dieser Saison aufs Feld zurückkehren konnte. Nach seiner Genesung und mit neuem Ehrgeiz wechselte der studierte Maschinenbauingenieur 2023 erstmals zu den New Yorker Lions nach Braunschweig. Dort setzte sich der 1,83 Meter große und 86 Kilogramm schwere Wide Receiver das Ziel, sich sportlich weiterzuentwickeln und einen Platz im Starting Line-up zu erkämpfen – mit Erfolg: 19 Passfänge, 232 Yards Raumgewinn und vier Touchdowns sprechen für sich. 2024 kehrte Vroom in die GFL2 zurück und übernahm eine Schlüsselrolle im Angriff der Oldenburg Knights. Zur Saison 2025 schließt sich der 26-Jährige erneut den New Yorker Lions an und wird als Passempfänger von Quarterback Karé Lyles auflaufen.
Wide Receiver Bennet Bödeker - Foto: Thorsten Lösche
Auch Bennet Bödeker startete 2018 bei den Ritterhude Badgers – zunächst auf der Position des Quarterbacks. Nach einem Schuljahr an der Waynesville High School in Missouri wechselte er zu den Bremen Rebels, wo er bis 2021 als Spielmacher aktiv war. Nach einer weiteren Station bei den Hamburg Huskies zog es ihn 2022 erneut in die USA – diesmal ans College of the Canyons in Kalifornien, wo er auf die Position des Tight Ends umschulte. 2024 kehrte Bödeker nach Deutschland zurück und schloss sich den Oldenburg Knights in der GFL2 an. Dort etablierte er sich rasch als verlässliche Größe im Angriffsspiel. Ursprünglich war geplant, dass der 22-Jährige Anfang 2025 sein Studium an der Polizeiakademie Niedersachsen beginnt. Eine kurzfristige Verschiebung dieses Vorhabens eröffnete ihm jedoch die Möglichkeit, seine Footballkarriere in Braunschweig fortzusetzen. In der Erima-GFL-Saison 2025 wird Bödeker gemeinsam mit Tammo Vroom das Trikot der Lions tragen und die Offensive der Braunschweiger weiter verstärken.
Verfasser und verantwortlich für den Inhalt: Holger Fricke - New Yorker Lions (redaktionell geändert)
Touchdowns für den guten Zweck! Am kommenden Samstag, den 12. April 2025, laden die Gelsenkirchen Devils zum traditionellen Benefizspiel ins Fürstenbergstadion an der Fischerstraße ein. Gegner beim diesjährigen Charity Game sind die ambitionierten Bocholt Rhinos, die sich nach ihrem Aufstieg in die Landesliga auf ein weiteres sportliches Highlight freuen dürfen. Kickoff ist um 15:00 Uhr, Einlass bereits ab 14:00 Uhr.
Football-Tradition in Gelsenkirchen: Devils fordern Rhinos heraus - Foto: Nick Jungnitsch
„Am Samstag, den 12.04.2025, veranstalten die Gelsenkirchen Devils wieder ihr traditionelles Benefizspiel im Fürstenbergstadion an der Fischerstraße. Zu Gast sind diesmal die Bocholt Rhinos“, erklärt Bastian Grundmann, Offensive Coordinator der Devils. „Nach einem Scrimmage gegen die Solingen Paladins vor etwa vier Wochen hoffen wir nun, alle Fehler abgestellt zu haben, und gehen zuversichtlich, aber nicht übermütig in das Spiel.“
Zuletzt testeten die Rhinos ihre Frühform in einem spannenden Overtime-Krimi gegen die Lippstadt Eagles – ein Gegner, mit dem sich auch die Devils in der Verbandsliga messen müssen. Mit kühlem Kopf entschieden die Bocholter das Spiel für sich und unterstrichen damit eindrucksvoll ihre Wettbewerbsfähigkeit, auch über die eigene Ligazugehörigkeit hinaus. Head Coach Marcel Seidel scheint seine Mannschaft bereits früh in der Saison auf Betriebstemperatur gebracht zu haben (Link zu unserem Beitrag).
Die Devils hingegen blicken auf eine herausfordernde vergangene Spielzeit zurück. Vier Siege aus zehn Spielen reichten für den vorletzten Tabellenplatz. Die Rhinos hingegen dominierten die NRW-Liga mit fünf Siegen aus sechs Spielen und stiegen – als Tabellenzweiter - in die Landesliga auf.
„Die Rhinos haben kürzlich gegen die Lippstadt Eagles gezeigt, dass sie nicht nur mit einem Team in der Verbandsliga mithalten können, sondern auch, dass sie selbst in der Overtime noch konzentriert arbeiten und das Spiel zu ihren Gunsten entscheiden konnten“, so Grundmann weiter. „Wir sind daher gewarnt, zumal wir noch auf einige Verletzte verzichten müssen. Aber wir freuen uns auf das Spiel und über jede Unterstützung von den Rängen.“
Auch der gute Zweck steht im Fokus: Die Gelsenkirchen Devils sammeln im Rahmen des Spiels Spenden für die Jugendfeuerwehr Gelsenkirchen. Fans können sich also nicht nur auf spannende Football-Action, sondern auch auf ein soziales Highlight freuen – Football für den guten Zweck eben.
NRW Football ist für euch vor Ort und wird mit einem ausführlichen Spielbericht sowie einer großen Bildergalerie vom Charity Game berichten. Wer es also nicht ins Stadion schafft, bleibt bei uns bestens informiert.
📍 Fürstenbergstadion, Fischerstraße 35, Gelsenkirchen
🕒 Kickoff: 15:00 Uhr
🚪 Einlass: 14:00 Uhr
🎯 Ziel: Spenden für die Jugendfeuerwehr Gelsenkirchen
Ein Spiel mit Herz – seid dabei!
Oliver Jungnitsch für NRW Football
WR Aaron Lawson - Foto: Tobias Fritz
Aaron Lawson begann 2018 bei den Mecklenburg Bulls in Schwerin mit American Football. Da es zu diesem Zeitpunkt kein Jugendteam gab, startete der 24-Jährige direkt in der Herrenmannschaft als Wide Receiver und Kick-Returner. Seinen ersten Touchdown überhaupt erzielte er mit einem spektakulären 82-Yard-Kickoff-Return – gleichzeitig die ersten Punkte in der Teamgeschichte der Mecklenburg Bulls. Nach seinem Umzug nach Braunschweig für das Pharmazie-Studium wechselte der 1,80 m große und 80 kg schwere Wide Receiver zunächst zu den Lions 2 und schaffte über ein Tryout den Sprung in die GFL-Mannschaft. In seinen ersten GFL-Spielzeiten lag der Fokus darauf, von den erfahrenen Spielern zu lernen und erste Einsätze zu sammeln – beides gelang ihm. 2024 bot sich ihm die Chance, um eine Rolle als Starting Wide Receiver zu kämpfen, doch eine schwere Verletzung in der Vorbereitung setzte ihn für die gesamte Saison außer Gefecht.
Nun wieder genesen, greift er 2025 erneut an.
Finn Wilts, 22 Jahre alt, entdeckte im Sommer 2022 den American Football für sich und schloss sich den Lions 2 an. Zunächst als Passverteidiger in der Defense aktiv, wechselte er zur Saison 2023 auf die Wide-Receiver-Position. In der Offseason 2023/2024 überzeugte er in den Trainingseinheiten der New Yorker Lions und erhielt die Möglichkeit, sich neben Einsätzen bei den Lions 2 auch in der GFL-Mannschaft zu beweisen. Mit einer Größe von 1,90 m und einem Gewicht von 90 kg bringt der Volkswirtschaftsstudent der Universität Göttingen beste Voraussetzungen mit, um sich unter Headcoach Troy Tomlin in der höchsten deutschen Spielklasse Einsatzzeit zu erarbeiten.
WR J. ter Horst Foto: Tobias Fritz
Jonathan Terhorst verstärkt als weiterer Neuzugang das Receiver-Corps der Lions. Der 24-jährige Masterstudent für Fahrzeugtechnik und mobile Systeme an der TU Braunschweig kam erst Ende 2022 auf Empfehlung von Benjamin Krahl zum American Football. Obwohl ihm der direkte Sprung in den GFL-Kader zunächst nicht gelang, überzeugte er 2023 mit starken Leistungen bei den Lions 2. Durch die Teilnahme an Offseason-Einheiten der New Yorker Lions erhielt er schließlich die Chance, am Training der ersten Mannschaft teilzunehmen – 2024 schaffte er den Sprung in den aktiven Kader.
Verfasser und verantwortlich für den Inhalt: Holger Fricke - New Yorker Lions
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