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Meine Zeit bei den Minden Wolves begann mit einer Vision: Als der Verein noch ganz am Anfang stand, sah ich die Chance, etwas Besonderes aufzubauen. Damals lebte ich in Bielefeld, und Minden bot mir die Möglichkeit, mein eigenes Projekt zu verwirklichen – verbunden mit dem zusätzlichen Anreiz, eines Tages gegen den Verein anzutreten, bei dem meine Laufbahn im deutschen Football begonnen hatte.

Uns erreichte ein Statemen von Phillip Gamble zu seinem Abschied bei den Wolves - Foto: Oliver JungnitschUns erreichte ein Statemen von Phillip Gamble zu seinem Abschied bei den Minden Wolves - Foto: Oliver Jungnitsch

 

Diese Rivalität war von Anfang an Teil meiner Motivation. Gemeinsam haben wir aus einem jungen Startup-Verein ein ambitioniertes Football-Programm entwickelt. Meisterschaften, Aufstiege, wachsende Zuschauerzahlen, eine stetig größer werdende Jugendabteilung und eine Football-Kultur, die es in dieser Form zuvor nicht gegeben hatte, wurden Teil der Geschichte der Minden Wolves.

Darauf bin ich stolz. Doch Erfolg bedeutet nicht automatisch, dass alle Menschen innerhalb einer Organisation dauerhaft dieselbe Richtung verfolgen. Mit dem Wachstum des Vereins wurden auch unterschiedliche Vorstellungen über Führung, Entwicklung, Verantwortung und die zukünftige Ausrichtung immer deutlicher.

Im Sport ist es manchmal einfacher, einen Schuldigen zu suchen, als sich ehrlich mit den eigentlichen Herausforderungen einer Organisation auseinanderzusetzen. In Amerika sagt man dazu: „Find the scapegoat.“

Wenn man die Entwicklungen der vergangenen Zeit betrachtet – sowohl in den sozialen Medien als auch in der öffentlichen Berichterstattung –, ist für mich deutlich geworden, dass diese Dynamik auch in Minden angekommen ist. Ironischerweise ist es genau derselbe Ehrgeiz, der mich damals nach Minden geführt hat, der mich heute wieder antreibt.

Ich bin nach Minden gekommen, weil ich gewinnen wollte. Ich wollte aufbauen, entwickeln und irgendwann genau den Gegner schlagen, gegen den ich damals unbedingt antreten wollte. Heute habe ich dieses Gefühl wieder.

Nur ist der Gegner diesmal nicht unbedingt eine Mannschaft auf dem Footballfeld. Vielmehr geht es darum, meinen eigenen Weg weiterzugehen, neue Herausforderungen anzunehmen und eine neue Vision zu verfolgen. Ich bin dankbar für die Menschen, die diesen Weg mit mir gegangen sind – Spieler, Coaches, Ehrenamtliche, Sponsoren und Fans. Die Meisterschaften, Aufstiege, Spiele und besonderen Momente, die wir gemeinsam erlebt haben, kann uns niemand nehmen.

Was wir gemeinsam aufgebaut haben, bleibt ein Teil meiner Geschichte. Aber jeder Wettkämpfer weiß irgendwann, wann ein Kapitel zu Ende geht. Und manchmal bedeutet das Ende eines Kapitels nicht, dass man verloren hat. Manchmal bedeutet es einfach, dass der nächste Berg darauf wartet, erklommen zu werden. Ich bin bereit für den nächsten.

Statement von Phillip Gamble

 

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