Aufsteiger Minden startet bei den Leipzig Lions in seine erste Saison in der GFL2 - Das Abenteuer kann beginnen. Lange haben die American Footballer der Minden Wolves auf diesen Moment hingefiebert – am Samstag geht es endlich los. In der GFL2 Nord, der 2. Bundesliga, startet das Wolfsrudel mit einem Gastspiel bei den Leipzig Lions in die Saison 2026. Kickoff ist um 15 Uhr.
Runningback René Lange will für die Wolves punkten - Foto: Hendric-Noah Pieper
Knallharte Tests gegen teilweise übermächtige Gegner sollten das Team von Headcoach Phil Gamble auf das einstimmen, was es in der neuen Spielklasse erwartet. Auch wenn die Ergebnisse in der Vorbereitung zweitrangig sind und das Einspielen, das Testen neuer Spielzüge sowie der Einsatz der zweiten Reihe im Vordergrund stehen, lieferten die drei Partien wertvolle Erkenntnisse darüber, wo bis zum Saisonstart noch nachgebessert werden muss.
Gegen den niederländischen Rekordmeister Amsterdam Crusaders drehten die Wolves nach einer durchwachsenen ersten Hälfte auf. Zur Pause lag man nach anfänglichen Abstimmungsproblemen gegen ein bereits eingespieltes Team noch mit 7:11 zurück, steigerte sich danach jedoch deutlich und zog zwischenzeitlich auf 35:11 davon. Am Ende stand ein verdienter 35:18-Erfolg. „Es war ein gutes Gefühl für die Jungs, die Testspielreihe mit einem Sieg zu beginnen“, blickt Gamble zurück.
Es sollte allerdings das einzige Erfolgserlebnis der Vorbereitung bleiben. Die beiden folgenden Partien gingen deutlich verloren. Der kanadische Meister aus Calgary war den Wolves in allen Belangen überlegen und erteilte ihnen – ebenso wie zwei Erstligisten – beim 7:56 eine Lehrstunde. Dennoch war die Leistung über weite Strecken mit Blick auf die GFL2 durchaus ansprechend.
Weniger zufrieden zeigten sich die Mindener Coaches mit dem Auftritt im Merkur Bowl gegen die Düsseldorf Panther. Auch die Ausfälle mehrerer verletzter Spieler wollten sie nicht als Ausrede gelten lassen. Bei der 0:35-Niederlage fehlte es vor allem am nötigen Aufbäumen.
Genau hier haben die Coaches vor dem Saisonstart angesetzt. Denn in der GFL2 wird nichts verschenkt. „Da musst du da sein, wenn du auf dem Feld stehst. Ausreden werden nicht mehr akzeptiert. Wir dürfen uns in dieser Klasse nicht vorwerfen, nicht alles für den Erfolg getan zu haben.“
Das Auftaktspiel in Leipzig könnte für die Wolves direkt richtungsweisend werden. Zwar ist die Liga für den Aufsteiger noch Neuland, doch die Lions gelten als Gegner auf Augenhöhe. Gamble: „Da müssen wir punkten, um gleich etwas auf dem Konto zu haben. Die folgenden Spiele werden mit Sicherheit nicht leichter.“
Der letztjährige Aufsteiger in die 2. Bundesliga, der sich selbst gern als „The Beast of the East“ bezeichnet, hat erneut den Klassenerhalt als Ziel ausgegeben. Mit einer deutlichen Leistungssteigerung gegenüber dem Düsseldorf-Spiel scheint für das Wolfsrudel in Sachsen durchaus etwas möglich.
Ein Blick auf die Konkurrenz:
Hamburg Pioneers: Der letztjährige Meister der GFL2 Nord scheiterte in der Relegation an den Paderborn Dolphins. Danach zog es einige Spieler zu den Kiel Baltic Hurricanes (GFL1) und zu den ambitionierten Lübeck Cougars. Dennoch verfügen die Hanseaten weiterhin über eine erfahrene und schlagkräftige Mannschaft mit Rückkehrern – und nehmen erneut den GFL2 Bowl ins Visier.
Rostock Griffins: Lange sahen die Greifen wie der sichere Meister aus, wurden jedoch durch eine Heimniederlage gegen Hamburg noch abgefangen. Auch in dieser Saison will Rostock ein ernstes Wort im Titelrennen mitreden und zunächst den Einzug in den GFL2 Bowl schaffen. Ein Highlight bleibt das Heimspiel im Ostseestadion vor regelmäßig mehr als 12.000 Zuschauern.
Krefeld Ravens: Punktgleich mit Hamburg landeten die Ravens als Aufsteiger im Vorjahr auf Rang drei – nun soll der nächste Schritt folgen. Die Zielsetzung ist klar: Meisterschaft. Die Krefelder, die 2023 gemeinsam mit den Wolves in der Oberliga spielten und ihnen zwei deutliche Niederlagen zufügten, verfolgen langfristig sogar das Ziel „Deutsche Meisterschaft“.
Langenfeld Longhorns: Zweimal gelang den Rheinländern der Durchmarsch in die GFL2 – und dort sind sie inzwischen seit zehn Jahren etabliert. Nach einem Mittelfeldplatz mit negativem Punktekonto im Vorjahr trauen viele Konkurrenten den Longhorns, die sich unter anderem mit Spielern des ELF-Champions Rhein Fire verstärkt haben, den Angriff auf die Playoff-Plätze zu.
Elmshorn Fighting Pirates: 2020 stellte sich das 1991 gegründete Team in der 6. Liga neu auf und marschierte bis in die 2. Bundesliga durch. Dort gelang 2025 auf Anhieb der Klassenerhalt. Auch in dieser Saison dürfte das vor allem auf den eigenen Nachwuchs setzende Team mit dem Ligaverbleib zufrieden sein.
Verfasser und verantwortlich für den Inhalt: Volker Krusche - Minden Wolves (redaktionell geändert)