Das erste Heimspiel der Regionalliga-Saison im Walder Stadion hätte kaum spannender verlaufen können. In einem echten Football-Krimi sicherten sich die Solingen Paladins kurz vor Schluss einen knappen 22:20-Erfolg gegen die Cologne Crocodiles und feierten damit ihren ersten Saisonsieg im zweiten Spiel. Die Entscheidung fiel erst in der letzten Spielminute: Runningback Myles Bailey war auf seinem Weg in die Endzone nicht mehr zu stoppen. Mit dem erfolgreichen Touchdown und dem anschließenden Extrapunkt drehten die Paladins die Partie endgültig zu ihren Gunsten.
Runningback Myles Bailey sorgte für den Sieg in der letzten Spielminute - Foto: Marc Junge
Kampfgeist nach Auftaktniederlage
„Das tut natürlich gut. Wir haben immer an uns und unsere Stärken geglaubt und sind dafür belohnt worden“, bilanzierte Cheftrainer Alexander Thomas nach dem Abpfiff. Nach der bitteren Derby-Niederlage gegen Remscheid in der Vorwoche hatte dieser Sieg besondere Bedeutung. Vor allem den unermüdlichen Kampfgeist hob der Coach hervor, den das Team bis zur letzten Sekunde zeigte.
Vor rund 800 Zuschauern starteten die Solinger zunächst souverän und gingen mit ihrem ersten Ballbesitz mit 6:0 in Führung. Auch die Defensive präsentierte sich hellwach: Jeremiah McNair beendete die ersten Angriffsversuche der Gäste mit einer starken Interception. Erst im zweiten Viertel fanden die Kölner eine Lücke und gingen mit 7:6 in Führung.
Nervenstark in der Crunchtime
Die zweite Halbzeit begann erneut mit einem Glanzmoment von McNair, dessen Interception die Paladins bis kurz vor die Kölner Endzone brachte. Ein Field Goal von Anton Lange sorgte für die zwischenzeitliche 9:7-Führung, doch die Crocodiles konterten prompt und bauten ihren Vorsprung bis ins letzte Viertel auf 20:9 aus.
In dieser kritischen Phase bewiesen die Paladins Nervenstärke. Myles Bailey verkürzte zunächst auf 15:20, bevor Quarterback Kai Rosin wenige Sekunden vor dem Ende mit einem präzisen Pass erneut Bailey auf die entscheidende Reise schickte. Auf der Tribüne gab es kein Halten mehr. Pressesprecher Jens Merten lobte im Anschluss besonders die Leistung der Offensive Line um Felix Issberner: „Das war herausragend. Trainer und Spieler haben diesen Charaktertest bestanden.“
Dank an Unterstützer und Fans
Bereits vor dem Spiel hatte eine Tailgate-Party der „Shieldbearer“, dem Supporter-Club der Paladins, für Stimmung gesorgt. Am Abend feierten Mannschaft, Fans und Helfer gemeinsam im „Al B’Andy“ den Sieg – ein Erfolg, der spürbare Erleichterung im gesamten Verein auslöste. Ein besonderer Gruß galt Oberbürgermeister Daniel Flemm für seinen Besuch sowie den Partnern aurego und der Bergischen Krankenkasse für ihre Unterstützung am Spieltag.
Vorschau: Nächste schwere Hürde in Münster
Am kommenden Samstag, den 2. Mai (15:00 Uhr), wartet bereits die nächste Herausforderung: Die Paladins reisen zum ungeschlagenen Tabellenführer Münster Phoenix in den Sportpark Sentruper Höhe.
Münster geht nach Siegen gegen Bielefeld und Paderborn favorisiert in die Partie. Auch die bisherige Bilanz spricht mit drei Niederlagen aus vier Spielen für die Gastgeber. Dennoch reisen die Solinger nach dem Erfolg gegen Köln mit viel Selbstvertrauen an den Aasee.