Verzögerte Anreise und eingeschränkte Spielvorbereitung prägen die 22:51-Niederlage in Elmshorn - Die Minden Wolves warten weiterhin auf ihren ersten Sieg in der GFL2 Nord. Nach einer starken Leistung beim amtierenden Meister Hamburg Pioneers, bei der sie sich nur knapp mit 14:21 geschlagen geben mussten, unterlagen sie am vierten Spieltag den Elmshorn Fighting Pirates vor rund 400 Zuschauern mit 22:51 (3:14, 7:8, 0:16, 12:13). Damit bleiben die Ostwestfalen im Tabellenkeller der Nordstaffel.
Im Pass zu ungenau, dafür im Lauf immer für einige Yards gut: Darrius Sample wird in dieser Szene gleich von drei Elmshornern gejagt - Foto: Minden Wolves
„Nach dem Auftritt in Hamburg hatten wir uns durchaus mehr ausgerechnet. Allerdings lief bereits die Anreise nicht nach Plan“, erklärte Wolves-Vorstand Stephan Meier. Obwohl die Mannschaft pünktlich in Minden gestartet war, geriet der Teambus bei der Auffahrt auf die A7 in einen Stau, der schließlich zu einer Vollsperrung führte. Die Weiterfahrt verzögerte sich um etwa zwei Stunden. Hinzu kam ein weiterer verkehrsbedingter Halt im Raum Hamburg.
Als absehbar war, dass die Wolves verspätet eintreffen würden, nahmen sie Kontakt mit dem Gastgeber auf. Die Fighting Pirates stimmten einer Verlegung des Kickoffs von 15 auf 16 Uhr zu. Nach Angaben der Gäste bestand zunächst auch seitens der Schiedsrichter die Bereitschaft, bei einer verspäteten Ankunft ausreichend Zeit für die Spielvorbereitung einzuräumen. Nach der Ankunft um 14.10 Uhr wurde den Wolves jedoch mitgeteilt, dass die Partie um 15.10 Uhr beginnen werde.
Dadurch blieb nur wenig Zeit für Umziehen, Passkontrolle, Aufwärmprogramm und die weiteren organisatorischen Abläufe vor Spielbeginn. Entsprechend fanden die Gäste nur schwer in die Begegnung.
Elmshorn nutzte seinen ersten Ballbesitz direkt zur Führung. Nach einem erfolgreichen Drive fand Quarterback Quincy Casey im vierten Versuch Running Back Nathaniel Thomas mit einem Touchdown-Pass. Die anschließende Two-Point-Conversion durch Casey selbst brachte das 8:0.
Minden antwortete mit einem erfolgreichen Field Goal von Tobias Pauls zum 3:8. Wenig später kam es nach einer Auseinandersetzung auf dem Feld zu einer Rudelbildung. In deren Folge wurden Wolves-Rückkehrer Willie Fedd Jr. wegen Targeting sowie Elmshorns Offensive Lineman Julian Pelka wegen Schlagens disqualifiziert. Beide Fälle werden nun von den zuständigen Stellen geprüft.
Anschließend erhöhte erneut Thomas mit einem Touchdown auf 14:3. Die folgende Two-Point-Conversion misslang. Ein späterer Field-Goal-Versuch der Gäste blieb ebenfalls erfolglos.
Zu Beginn des zweiten Viertels gelang den Wolves ein wichtiger Impuls. Nach einem geblockten Punt startete die Offense in aussichtsreicher Feldposition. Quarterback Darrius Sample bediente Ray Fletcher in der Endzone, wodurch Minden auf 10:14 verkürzte.
Die Gäste kamen damit wieder in Schlagdistanz. Elmshorn reagierte jedoch umgehend. Nach einem längeren Raumgewinn durch Joel Schütz fand Casey anschließend Benjamin Schüler zum Touchdown. Mit erfolgreicher Two-Point-Conversion bauten die Gastgeber ihren Vorsprung zur Halbzeit auf 22:10 aus.
Nach dem Seitenwechsel kontrollierte Elmshorn zunehmend das Geschehen. Die Defensive ließ nur wenig zu, während die Offensive variabel agierte und ihre Chancen konsequent nutzte. Gleichzeitig standen den Gastgebern deutlich mehr Spieler zur Verfügung, während Minden auf mehrere Leistungsträger verzichten musste.
Im dritten Viertel sorgten zwei weitere Touchdowns von Benjamin Schüler sowie ein ein Yard langer Lauf von Casey für die Vorentscheidung. Zusammen mit zwei erfolgreichen Two-Point-Conversions von Nathaniel Thomas zogen die Fighting Pirates auf 38:10 davon.
Im Schlussabschnitt gelang Kevin Neal eine Interception, die er direkt zum Touchdown zurücktrug. Elmshorn antwortete jedoch mit einem weiteren Touchdown-Pass auf Lukas Schäfer.
Auf Seiten der Wolves übernahm anschließend Fabrice Steinbach die Spielmacherposition und setzte mit einem präzisen Touchdown-Pass auf Ray Fletcher ein Ausrufezeichen. Die anschließende Two-Point-Conversion blieb allerdings erfolglos, sodass der Rückstand auf 22:44 verkürzt wurde.
Den Schlusspunkt setzten die Gastgeber. Backup-Quarterback Pierre Baatz fand Luca Pal-Chowdhury in der Endzone, ehe Leon Di Vito den Extrapunkt zum 51:22-Endstand verwandelte.
Für die Minden Wolves wird die Situation im Tabellenkeller damit zunehmend schwieriger. Die nächste Gelegenheit auf den ersten Saisonsieg bietet sich am kommenden Samstag im Weserstadion. Dann empfangen sie die ebenfalls noch sieglosen Langenfeld Longhorns (Kickoff: 15 Uhr).