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Abschied nehmen stand im Mittelpunkt des letzten Heimspiels der Minden Wolves in der GFL2. Da der Abstieg bereits eine Woche zuvor besiegelt worden war, bestimmten andere Themen den Gameday im Weserstadion. Und obwohl das Team sportlich das Ruder nicht mehr herumreißen konnte, verfolgten rund 1.200 Zuschauer den Saisonausklang. Zum einen, um Headcoach Phil Gamble nach sieben Jahren an der Weser einen würdigen Abschied zu bereiten, zum anderen, um beim traditionellen „Pink Ribbon Game“ den Kampf gegen Brustkrebs zu unterstützen. Das sportliche Geschehen geriet dadurch etwas in den Hintergrund. So war es letztlich zu verschmerzen, dass das Wolfsrudel gegen die Leipzig Lions mit 14:30 (0:7, 7:9, 0:7, 7:7) unterlag.

Zu seinem Abschied lief Headcoach Phil Gamble allein auf und wurde von den Mindener Football-Fans gefeiert - Foto: Florian BergeZu seinem Abschied lief Headcoach Phil Gamble allein auf und wurde von den Mindener Football-Fans gefeiert - Foto: Florian Berge

Schon beim Einlauf herrschte Gänsehautstimmung. Denn nach dem Team betraten diesmal nicht wie gewohnt die Spieler der Starting Offense und Starting Defense einzeln das Feld. Vielmehr waren es vier von fünf Männern der ersten Stunde, die aus Altersgründen ihre Footballschuhe an den Nagel hängen werden: Frederic Hempelmann, Jonny Lotte, Joel Bernhardt und Sebastian Schneider wurden von den Fans gefeiert. Der Fünfte im Bunde, Tjorven Blank, musste passen. Mit dem Quintett verabschieden sich auch Spieler, die seit den ersten Gehversuchen der Minden Wolves mit dabei waren.

Anschließend gehörte die Bühne dem scheidenden Phil Gamble. Ihm wurde die größte Ehre zuteil, die einem Footballer zuteilwerden kann: Seine Nummer 2, die er über viele Jahre trug, wird künftig nicht mehr vergeben. Sie steht damit für immer für den ehemaligen Top-Runningback.

Passend zum anschließenden Spiel lief das Wolfsrudel nicht in den gewohnten Trikots auf, sondern – wie schon seit Jahren beim „Pink Ribbon Game“ – in pinken Jerseys und pinken Stutzen. Neben Verantwortlichen und Helfern der Wolves waren es auch zahlreiche Fans auf den Rängen, die dem Aufruf der Mindener folgten und etwas Pinkes präsentierten: Shirts, Caps, Schweißbänder oder die pinke Schleife. Die Wolves veranstalten diesen besonderen Spieltag in Zusammenarbeit mit der BKK Melitta hmr. „Wie toll ist es mit anzusehen, wie viele Menschen diese Aktion unterstützen. Es ist ungemein wichtig, immer wieder auf diese gefährliche Krankheit hinzuweisen“, betonte Pressesprecher Volker Krusche.

Das Spiel ist schnell erzählt. Minden musste – anders als beim Sieg im vorherigen Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Rostock – auf Zack Cavanaugh verzichten, der mit seinem Berliner Projekt die Meisterschaft einfahren wollte. Das merkte man den Offense-Aktionen deutlich an. Bei Quarterback Darrius Sample wechselten Licht und Schatten. Zudem hatte „Zack Attec“ mit seiner Spielweise die gesamte Mannschaft mitgerissen – etwas, das Sample an diesem Tag nicht gelang.

Gleich der erste Drive der Leipzig Lions führte nach einem schönen Spielzug zum Touchdown durch Kevin Stelzer, den Jonas Georgi mit dem PAT zum 7:0 für die Gäste veredelte. Kurz danach fing Willie Fedd Jr. eine Interception ab, die die Hausherren in eine vielversprechende Position in der Red Zone brachte. Doch wieder einmal zeigte sich, dass die Wolves kurz vor der Goalline nicht die richtigen Antworten fanden. Sicherlich auch ein Punkt, an dem sich in Zukunft etwas ändern muss. So blieb lediglich die Möglichkeit eines Field Goals, die Tobias Pauls jedoch ungenutzt ließ, als er den Ball vorbeischoss.

Nach einem starken Lauf von Quarterback Sample zu Beginn des zweiten Viertels und weiteren Yards durch Fedd war es Runningback René Lange, der sich unnachahmlich durchsetzte und die Endzone erreichte. Inklusive PAT hieß es 7:7. Die Partie war wieder offen. Und das Momentum schien erst recht auf Mindener Seite zu liegen, als Leipzig nach einer Flagge wegen „Roughing the Passer“ in aussichtsreicher Position in Ballbesitz kam, sich dann aber einen Fumble leistete.

Doch anstatt daraus Kapital zu schlagen, ließ sich Darrius Sample in der eigenen Endzone stellen. Die Folge: zwei Punkte für die Löwen durch einen Safety, die anschließend zudem in Ballbesitz kamen, dabei aber einen Field-Goal-Versuch ausließen.

Dennoch waren es die Leipziger, die erneut auf das Scoreboard kamen und dabei durch den durchstartenden Malachi Ruffin eine Interception von Sample gnadenlos ausnutzten. So ging es aus Mindener Sicht mit einem 7:16 in die Halbzeit. Das hatte man sich bei den Wolves ganz anders vorgestellt. Und mit einem Zack Cavanaugh auf dem Feld wäre es sicherlich auch anders gelaufen – zumal beide Teams die gleiche Anzahl an First Downs und Total Yards aufwiesen.

Wer dachte, es würde nach dem Wechsel besser, sah sich getäuscht. Leipzig hatte alles im Griff und nutzte einen Angriff im dritten Viertel durch einen Lauf von Elliot Bodman zum dritten Touchdown. Im letzten Viertel ließ Luca Brinner den vierten Besuch in der Endzone folgen, den Jonas Georgi mit seinem erfolgreichen Extrapunkt zum 30:7 ausbaute.

Wenigstens gelangen Jordon McKenzie mit einem schönen Lauf in die Endzone und Tobias Pauls mit seinem PAT noch die Punkte zum 14:30-Endstand. Die Luft war raus. Doch das Spiel hatte diesmal auch ganz andere Schwerpunkte.

Verfasser und verantwortlich für den Inhalt: Volker Krusche - Minden Wolves (redaktionell geändert)

 

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