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Die Chancen auf den Klassenverbleib sind deutlich gesunken. Trotz einer klaren Leistungssteigerung mussten sich die Minden Wolves im Weserstadion den Elmshorn Fighting Pirates knapp mit 23:28 (10:7, 7:7, 0:7, 6:7) geschlagen geben. Es war die siebte Niederlage im siebten Spiel der GFL2-Geschichte des Wolfsrudels. Bei noch drei ausstehenden Partien – unter anderem gegen die ungeschlagenen Krefeld Ravens und den Tabellenzweiten Rostock Griffins – sind die Aussichten seit dem Wochenende erheblich schlechter geworden, die zwei notwendigen Siege zum Ligaverbleib noch einzufahren.

Eine starke Leistung zeigte René Lange- Foto: Hendric-Noah PieperEine starke Leistung zeigte René Lange- Foto: Hendric-Noah Pieper

 

„Wir sind nicht blauäugig. Gegen Elmshorn hätten die ersten Punkte kommen müssen, um das Ruder vielleicht noch herumreißen zu können“, blickt Vorstandssprecher Ulrich Grünwald realistisch voraus. Dabei hatte die Konkurrenz im Tabellenkeller sogar mitgespielt. Die Langenfeld Longhorns verloren ihr Heimspiel gegen Rostock mit 21:48, die Leipzig Lions gingen bei den Hamburg Pioneers mit 0:42 unter. „Aber was hilft's, wenn wir diese Vorlage nicht nutzen können?“

Dabei hatte die Partie vielversprechend begonnen. Die Handschrift von Offense Coordinator „Zack“ Cavanaugh war deutlich zu erkennen. Die Wolves setzten die ersten Akzente. Runningback René Lange brachte den Ball mit einem starken Lauf bis an die 17-Yard-Linie. Quarterback Darrius Sample sorgte von dort mit einem eigenen Lauf für den ersten Touchdown der Gastgeber. Nach dem erfolgreichen Point after Touchdown (PAT) von Tobias Pauls stand es früh 7:0.

Als Willie Fedd Jr. anschließend eine Interception der Gäste bis an die gegnerische 12-Yard-Linie zurücktrug, schien der zweite Touchdown nur noch Formsache. Zwar fing Ray Fletcher einen Pass von Sample in der Endzone, setzte jedoch die Füße nicht regelkonform im Spielfeld auf. So blieb im vierten Versuch nur der Field-Goal-Versuch, den Tobias Pauls sicher zum 10:0 verwandelte.

Elmshorn protestierte anschließend mehrere Minuten lautstark. Nicht ohne Grund, denn die Spieluhr war beim Kick bereits abgelaufen. Die Schiedsrichter ließen den Versuch dennoch gelten – eine Tatsachenentscheidung. Statt dies dem Head Coach der Pirates kurz und knapp zu erklären, zog sich die Diskussion jedoch unnötig in die Länge. Der Spielfluss der Mindener war dahin. Clever von Elmshorn genutzt, zum Nachteil der Wolves. Die Gäste übernahmen nun die Kontrolle und verkürzten noch vor Ende des ersten Viertels durch einen Touchdown-Pass von Quarterback Quincy Casey auf Benjamin Mau. Leon Di Vito verwandelte den PAT zum 7:10.

Auch im zweiten Viertel blieben die Hausherren dank der starken Läufe von René Lange und weiterer gelungener Offensivaktionen gefährlich. Ein Pass auf Willie Fedd brachte Minden tief in die Red Zone. Kurz darauf lief Darrius Sample erneut selbst in die Endzone und erhöhte mit dem anschließenden PAT von Pauls auf 17:7.

Die Wolves schienen das Spiel im Griff zu haben. Doch 13 Sekunden vor der Halbzeit bekam die Defense die starke Elmshorner Offense nicht gestoppt. Quincy Casey führte die Pirates noch einmal erfolgreich über das Feld und erzielte selbst den Touchdown. Nach dem Extrapunkt von Di Vito schrumpfte die Mindener Halbzeitführung auf 17:14 – angesichts der starken Vorstellung der Gastgeber ein denkbar knapper Vorsprung.

Die zweite Halbzeit begann mit Ballbesitz für Elmshorn. Die Gäste nutzten ihn konsequent: Nathaniel Thomas erzielte den nächsten Touchdown der Pirates, Di Vito verwandelte den Extrapunkt zum 21:17 für die Gäste.

Für großen Unmut bei den Wolves und den Zuschauern sorgte eine Szene kurz vor Ende des dritten Viertels. Nach einem Pass in die Endzone hofften die Gastgeber auf eine Pass-Interference-Strafe zugunsten von Willie Fedd. Zur Überraschung aller entschieden die Schiedsrichter jedoch auf Offensivfoul gegen Minden beziehungsweise zugunsten von Elmshorns Lasse Schumacher. Eine zweifellos spielentscheidende Szene: Statt eines möglichen Touchdowns für die Wolves wechselte der Ballbesitz. Am Ende waren es genau solche Momente, die über Sieg und Niederlage entschieden.

Als Nathaniel Thomas im Schlussviertel auf 28:17 erhöhte, schien die Entscheidung gefallen. Den Wolves lief zunehmend die Zeit davon. Noch 4:43 Minuten waren zu spielen. Rund 90 Sekunden vor Schluss fing Willie Fedd schließlich einen spektakulären Pass rückwärts in die Endzone und verkürzte auf 23:28. Minden entschied sich anschließend für eine Two-Point-Conversion, um auf drei Punkte heranzukommen und sich mit einem möglichen Field Goal noch in die Verlängerung retten zu können. Der Versuch misslang jedoch. Auch der anschließende Onside Kick brachte nicht den erhofften Ballgewinn, sodass Elmshorn den verbleibenden Vorsprung routiniert über die Zeit brachte.

Für den Bundesliga-Aufsteiger war es eine bittere Niederlage. Dennoch zeigte die Mannschaft eindrucksvoll, dass sie in der starken GFL2 durchaus konkurrenzfähig ist. Entscheidend war am Ende nicht die spielerische Unterlegenheit, sondern die fehlende Konsequenz in den entscheidenden Momenten.

Verfasser und verantwortlich für den Inhalt: Volker Krusche - Minden Wolves (redaktionell geändert)

 

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