Die Ausgangslage war bereits vor dem Kickoff alles andere als günstig. Den Minden Wolves war bewusst, dass sie beim Tabellenzweiten Rostock Griffins vor einer schwierigen Aufgabe standen. Nach einem schwachen ersten Viertel lagen die Gäste bereits mit 0:21 zurück. Anschließend steigerte sich insbesondere die Offensive deutlich und gestaltete die verbleibenden drei Viertel nahezu ausgeglichen. Am Ende mussten sich die Wolves dennoch mit 27:49 (0:21, 13:14, 14:7, 0:7) geschlagen geben.
Willie Fedd jr. zeigte in Rostock sein bestes Saisonspiel und erlief insgesamt 224 Passing Yards und erzielte drei Touchdowns - Foto: Oliver Jungnitsch
Bereits ein Blick auf die Kadergrößen verdeutlichte die unterschiedlichen Voraussetzungen. Während Rostock mit 47 Spielern antreten konnte, standen den Wolves lediglich 29 Akteure zur Verfügung. Durch die Verlegung der Partie auf Sonntag mussten mehrere Mindener aufgrund beruflicher Verpflichtungen absagen. Hinzu kam die rund fünfstündige Anreise mit dem Bus.
Head Coach Phil Gamble hätte sich einen konzentrierteren Start seiner Mannschaft gewünscht. Stattdessen bestimmten die Gastgeber von Beginn an das Spielgeschehen und setzten die Wolves früh unter Druck.
Vor allem die ersatzgeschwächte Mindener Defensive hatte über die gesamte Spielzeit Schwierigkeiten, das variable Lauf- und Passspiel der Rostocker zu kontrollieren. Besonders Receiver Jaeden Lewis stellte die Gäste immer wieder vor große Probleme und war einer der auffälligsten Akteure der Partie.
Bereits der erste Angriff der Griffins führte nach nur 1:15 Minuten zum ersten Touchdown. Lewis setzte sich gegen mehrere Verteidiger durch und brachte Rostock inklusive Extrapunkt mit 7:0 in Führung. Kurz darauf verlor Quarterback Darrius Sample an der Mittellinie den Ball, sodass die Gastgeber erneut in aussichtsreicher Feldposition starteten. Diese Gelegenheit nutzte erneut Lewis zum 14:0. Zusätzlich mussten die Wolves früh einen Rückschlag hinnehmen: Der britische Neuzugang Dominik Norbron verletzte sich am Knie und musste mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden.
Nach nur vier gespielten Minuten gerieten die Gäste weiter unter Druck. Eine Interception von Sample brachte Rostock erneut in Ballbesitz. Zwar blieb dieser Ballgewinn zunächst ohne Punkte, im folgenden Angriff erhöhten die Gastgeber jedoch. Nach einem Pass von Quarterback Christoph Zellus fing Jonas Bäumer den Touchdown zum 21:0 nach dem ersten Viertel.
Im zweiten Abschnitt präsentierten sich die Wolves vor allem offensiv deutlich verbessert. Während die Defensive weiterhin Probleme gegen das Laufspiel der Gastgeber hatte, gelangen der Offense nun längere Angriffsserien. Ein weiter Pass von Sample auf Willie Fedd Jr. führte zum ersten Mindener Touchdown. Der Extrapunktversuch blieb allerdings erfolglos.
Rostock antwortete umgehend. Jaeden Lewis erzielte seinen dritten Touchdown des Tages, Jonas Bäumer verwandelte den Extrapunkt zum 28:6. Nach mehreren erfolgreichen Läufen von Willie Fedd Jr. erreichten die Wolves erneut die Redzone. Quarterback Darrius Sample lief selbst in die Endzone und verkürzte mit erfolgreichem Extrapunkt auf 13:28.
Doch auch darauf fanden die Griffins die passende Antwort. Quarterback Christoph Zellus erhöhte mit einem Touchdown-Lauf, der anschließende Extrapunkt bedeutete den 35:13-Halbzeitstand. Trotz des deutlichen Rückstands hatten sich die Gäste nach dem schwierigen ersten Viertel spürbar gesteigert.
Diese Entwicklung setzte sich nach der Pause fort. Bereits 18 Sekunden nach Wiederbeginn fand Sample mit einem langen Pass erneut Willie Fedd Jr., der zum dritten Mindener Touchdown in die Endzone lief. Mit dem erfolgreichen Extrapunkt verkürzten die Wolves auf 20:35.
Anschließend bot sich den Gästen eine weitere gute Möglichkeit. Nach einer Interception von Jan-Luca Diekmann brachte ein 40-Yard-Lauf von Fedd den Ball bis an die 16-Yard-Linie der Griffins. Trotz aussichtsreicher Feldposition blieb der Angriff jedoch ohne Punkte.
Rostock zeigte sich anschließend effizienter. Runningback Ryan Gomes bereitete mit einem langen Lauf den nächsten Touchdown vor, den Quarterback Christoph Zellus wenig später erzielte.
Die Wolves hielten dennoch dagegen. Willie Fedd Jr., der sowohl in der Offense als auch in der Defense und den Special Teams eingesetzt wurde, fing erneut einen langen Pass von Sample und erzielte seinen dritten Touchdown der Partie. Insgesamt erlief Minden 338 Yards und übertraf damit sogar Rostocks Wert von 275 Rushing-Yards. Allein Fedd steuerte 224 Yards bei und bestätigte damit erneut seine starke Form.
Damit entschieden die Wolves das dritte Viertel sogar mit 14:7 für sich.
Im Schlussviertel machte sich jedoch erneut bemerkbar, dass der ersatzgeschwächten Defensive zunehmend die Kräfte fehlten. Austin Wood setzte sich bei einem langen Lauf bis in die Endzone durch und stellte den Endstand von 49:27 her.
Die Gäste boten sich anschließend noch einmal die Chance auf weitere Punkte, erreichten die Zwei-Yard-Linie der Griffins, verloren den Ball jedoch durch den dritten Fumble von Quarterback Darrius Sample. Weitere Punkte fielen auf beiden Seiten nicht mehr.
Nach dem schwachen Auftakt zeigten die Wolves insbesondere offensiv eine deutliche Leistungssteigerung. Gegen den Tabellenzweiten konnten sie die verbleibenden drei Viertel nahezu ausgeglichen gestalten. Angesichts der personellen Situation und der schwierigen Ausgangslage war dies trotz der deutlichen Niederlage ein positives Signal für die kommenden Aufgaben.