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Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und einer beeindruckenden Aufholjagd im letzten Spielviertel haben die Braunschweig Lions ihre Saison in der effect® Energy GFL 2026 mit einem echten Herzschlagfinale beendet. Nach einem zwischenzeitlichen 0:20-Rückstand drehten die Löwen die Partie bei den Berlin Rebels und siegten am Ende knapp, aber verdient mit 23:20 (0:14; 3:6; 0:0; 20:0). Damit schließen die Lions die Saison auf dem fünften Tabellenplatz der Gruppe Nord ab – eine Platzierung, mit der nach dem schwierigen Saisonstart wohl nur wenige gerechnet hatten.

 

Die Defense ließ in der zweiten Spielhälfte nichts mehr zu -Foto: Fabian UebeDie Defense ließ in der zweiten Spielhälfte nichts mehr zu -Foto: Fabian Uebe

Die Partie begann für die Braunschweiger alles andere als glücklich. Die Lions gewannen den Coin Toss und entschieden sich für das Angriffsrecht in der zweiten Halbzeit. Somit starteten die Gastgeber mit dem Ball und benötigten nur wenige Spielzüge, um durch Filip Uderhardt nach einem 15-Yard-Pass von Tyquell Fields mit 7:0 in Führung zu gehen. Im Angriff der Braunschweig Lions lief zu Beginn dagegen nur wenig zusammen. Sowohl im Lauf- als auch im Passspiel fehlte der Rhythmus. Pässe fanden nicht ihr Ziel oder wurden fallengelassen, und auch am Boden fanden die Lions kaum Lücken. Die Berlin Rebels hingegen spielten im ersten Viertel nahezu fehlerfrei und punkteten auch in ihrem zweiten Drive. Jessey Darby erhöhte mit einem 32-Yard-Touchdownlauf auf 14:0.

Auch nach dem ersten Seitenwechsel fanden die Lions zunächst nicht besser ins Spiel. Tyquell Fields nutzte die Gelegenheit und erhöhte mit einem 11-Yard-Lauf auf 20:0. Der anschließende Extrapunkt misslang. Zwar gelang der Braunschweiger Offense um Quarterback Ryon Thomas im folgenden Drive das erste First Down der Partie, doch die Freude darüber währte nur kurz. Ein Passversuch von Thomas landete unglücklich in den Armen von Rebels-Verteidiger Paul Seifert und das Angriffsrecht wechselte erneut. Zusätzlich mussten die Lions die verletzungsbedingten Ausfälle von Taylor Pawelkowski und Mika Schunack verkraften. Damit waren vor allem in der Defense Spieler gefordert, die sonst nicht immer im Mittelpunkt stehen.

Wer zu diesem Zeitpunkt glaubte, die Partie sei angesichts des 0:20-Rückstands bereits entschieden, sollte sich jedoch täuschen. Die zuvor dreimal überwundene Braunschweiger Verteidigung fand immer besser ins Spiel und ließ bis zum Ende der Partie keine weiteren Punkte mehr zu. Auch die Offense stabilisierte sich zunehmend. Kurz vor der Halbzeit brachte Mark-Robin Peschelt mit einem 27-Yard-Fieldgoal die ersten Braunschweiger Punkte zum 3:20 auf die Anzeigetafel. Vorausgegangen war ein starker Drive, der an der eigenen 13-Yard-Linie begonnen hatte und die Lions nahezu über das gesamte Feld führte.

Nach der Halbzeitpause machten sich die Lions direkt wieder auf den Weg in Richtung Berliner Endzone. Mit Pässen auf Leon Kusterer, Peter Anderson, Finn Wilts und Aaron Lawson sowie Läufen von Ryon Thomas arbeitete sich die Offense bis an die Fünf-Yard-Linie der Rebels vor. Dort unterlief den Braunschweigern jedoch der nächste folgenschwere Fehler. Q Bouldin fing einen Passversuch von Thomas ab und trug den Ball bis an die Mittellinie zurück. Doch trotz der guten Ausgangsposition konnten die Rebels daraus kein Kapital schlagen. Die inzwischen hellwache Braunschweiger Defense hielt erneut stand, ließ die Berliner nicht mehr in die Nähe der Endzone kommen und schuf damit die Grundlage für eine Aufholjagd, die es in sich haben sollte.

Mit Beginn des vierten und letzten Spielabschnitts kippte die Partie endgültig. Ryon Thomas fand nun immer wieder seine Anspielstationen, wobei sich besonders Aaron Lawson zu einer wichtigen Stütze im Braunschweiger Passspiel entwickelte. Den ersten Touchdown der Lions erzielte Finn Wilts mit einem Ein-Yard-Lauf zum 9:20. Der Extrapunkt misslang. Die Defense setzte anschließend ihre starke zweite Hälfte fort und zwang die Berliner Offense nach nur vier Versuchen wieder vom Feld.

Die Lions machten offensiv genau dort weiter, wo sie aufgehört hatten, und marschierten erneut Yard für Yard über das Feld. Ryon Thomas fand Leon Kusterer mit einem 18-Yard-Pass zum Touchdown. Die anschließende Two-Point-Conversion auf Peter Anderson war erfolgreich – plötzlich stand es nur noch 17:20. Der folgende Onside-Kick-Versuch der Lions scheiterte zwar, doch auf die Braunschweiger Verteidigung war weiterhin Verlass. Erneut stoppte sie die Rebels und gab ihrer Offense damit tatsächlich noch einmal die Chance, die Partie zu drehen.

Etwas mehr als eine Minute und 30 Sekunden standen noch auf der Uhr, als die Braunschweig Lions an der eigenen Fünf-Yard-Linie zu ihrem möglicherweise letzten Drive der Saison aufs Feld kamen. Ryon Thomas führte seine Mannschaft bis an die eigene 43-Yard-Linie.Nur noch etwas mehr als zehn Sekunden und ein Spielzug blieben dem Team von Head Coach Brayden McCombs. Die Rebels waren dem Sieg zum Greifen nah – doch Ryon Thomas und Finn Wilts hatten andere Pläne.

Thomas nahm den Snap und fand Wilts mit einem tiefen Pass. Der Braunschweiger Ballfänger nahm den Ball auf und lief über 57 Yards unberührt bis in die Endzone der Rebels. Touchdown Lions – 23:20! Aus einem 0:20-Rückstand war innerhalb eines Viertels eine Braunschweiger Führung geworden. Die Two-Point-Conversion blieb anschließend zwar erfolglos, doch Berlin bekam noch eine allerletzte Chance. Kicker Kris Cain trat bei auslaufender Uhr zu einem 48-Yard-Fieldgoal zum möglichen Ausgleich an. Der Versuch verfehlte jedoch sein Ziel – und damit war der Auswärtssieg perfekt.

Nach dem verschlafenen Start, einem 0:20-Rückstand und mehreren Rückschlägen bewiesen die Braunschweig Lions eindrucksvoll Moral. Die Defense ließ nach dem dritten Berliner Touchdown keinen einzigen weiteren Punkt zu, während die Offense im Schlussviertel 20 unbeantwortete Punkte erzielte und die Partie noch drehte.

Damit beenden die Lions ihre Saison 2026 mit einem emotionalen Auswärtssieg und auf Platz fünf der Nordgruppe. Ein Abschluss, der noch einmal deutlich zeigte, welche Entwicklung die Mannschaft von Head Coach Brayden McCombs im Laufe dieser Saison genommen hat.

Scoreboard

  • 0:7 – 15-Yard-TD-Pass T. Fields auf F. Uderhardt (PAT K. Cain)
  • 0:14 – 32-Yard-TD-Lauf J. Darby (PAT K. Cain)
  • 0:20 – 11-Yard-TD-Lauf T. Fields (PAT nicht gut)
  • 3:20 – 27-Yard-Fieldgoal M. Peschelt
  • 9:20 – 1-Yard-TD-Lauf F. Wilts (PAT nicht gut)
  • 17:20 – 18-Yard-TD-Pass R. Thomas auf L. Kusterer (TPC P. Anderson)
  • 23:20 – 57-Yard-TD-Pass R. Thomas auf F. Wilts (TPC nicht gut)

Verfasser und verantwortlich für den Inhalt:  Holger Fricke - Braunschweig Lions (redaktionell geändert)

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