Die Lippstadt Eagles haben ihren ersten Sieg gegen die Gelsenkirchen Devils erneut denkbar knapp verpasst. Vor heimischer Kulisse unterlagen die Eagles beim „Salute to Service Gameday“ mit 18:20 und mussten sich erst mit dem allerletzten Spielzug geschlagen geben.
Erneute Niederlage für die Lippstadt Eagles - Foto: Jan Wicker
Die Motivation im Lager der Eagles war groß. Noch nie zuvor hatte das Team die Devils bezwingen können. Doch bereits vor dem Kickoff erreichte Head Coach Jan Kärner die nächste Hiobsbotschaft: Der geplante Starting Quarterback Viktor Löwen musste nach seiner im Spiel gegen die Euskirchen Lions erlittenen Gehirnerschütterung weiterhin pausieren. Somit rückte der eigentliche Starter Jason Paplinski auf die Spielmacherposition, obwohl auch er angeschlagen mit einem verletzten Wurfarm in die Partie ging und eigentlich geschont werden sollte.
Den besseren Start erwischten zunächst die Gastgeber. Jonas May fing direkt den ersten Passversuch des gegnerischen Quarterbacks ab und brachte die Eagles-Offense in eine aussichtsreiche Position. Die Freude währte jedoch nur kurz, denn auch die Devils zeigten sich hellwach und intercepteten ihrerseits wenig später einen Pass von Paplinski.
Mit der daraus resultierenden guten Feldposition nutzten die Gäste das Momentum und gingen durch einen Pass-Touchdown mit 0:7 in Führung. Anschließend dominierten beide Defensivreihen das Geschehen. Dennoch waren es erneut die Devils, die die nächsten Punkte aufs Scoreboard brachten und per Field Goal auf 0:10 erhöhten.
Wie zerfahren die Begegnung phasenweise verlief, zeigte sich auch an einigen unglücklichen Strafen der Eagles. So schien Jason Paplinski die Gastgeber mit einem starken Lauf bereits zurück ins Spiel gebracht zu haben, doch der vermeintliche Touchdown wurde wegen eines Holdings in der Offensive zurückgenommen. Die Eagles ließen sich davon jedoch nicht entmutigen. Nur zwei Spielzüge später fand Paplinski seinen Receiver Andreas Kokott in der Endzone. Der Touchdown zum 6:10 brachte die Eagles wieder heran, allerdings misslang der Zusatzpunkt.
Kurz vor der Halbzeit erhöhten die Gäste erneut. Mit einem langen Drive und mehreren gut ausgespielten Passkombinationen arbeiteten sich die Devils über das Feld und stellten den Spielstand auf 6:17.
Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Eagles deutlich verbessert. Allerdings musste Paplinski kurz vor der Pause zusätzlich mit einer Fußverletzung kämpfen, sodass der ehemalige Quarterback Tom Buhr auf seine frühere Position zurückkehrte. Die Defense der Eagles stellte sich nun hervorragend auf das Angriffsspiel der Devils ein und ließ kaum noch Raumgewinn zu. Gleichzeitig brachte Buhr die Offense zunehmend ins Rollen.
Im Schlussviertel schien der Knoten schließlich zu platzen. Zweimal fand Buhr seinen Receiver Mike Kitenge mit präzisen Pässen in der Endzone. Die Eagles drehten die Partie und gingen erstmals mit 18:17 in Führung. Da jedoch beide Versuche für die Zusatzpunkte erfolglos blieben, blieb das Spiel bis zur letzten Sekunde offen.
Die Devils erhielten noch einmal den Ball und starteten ihren letzten Angriffsversuch. Mit einem langen Drive und einigen vermeidbaren Fehlern auf Seiten der Eagles arbeiteten sich die Gäste bis in aussichtsreiche Field-Goal-Reichweite vor. Eine Sekunde vor Spielende verwandelte der Kicker der Devils den entscheidenden Versuch zum 18:20-Endstand. Für die Eagles war es eine weitere bittere Niederlage, die erneut zeigte, wie nah das Team mittlerweile an den etablierten Mannschaften der Liga dran ist.
Head Coach Jan Kärner zog nach dem Spiel ein gemischtes Fazit: „Es ist verhext. Manchmal haben wir kein Glück, und dann kommt auch noch Pech hinzu. Die Spieler geben alles. Wir müssen aber daran arbeiten, konstanter zu werden. Dann werden auch die Siege endlich kommen.“
Trotz der erneuten Niederlage können die Eagles viele positive Ansätze aus der zweiten Halbzeit mitnehmen. Besonders die Moral der Mannschaft und die deutliche Leistungssteigerung nach der Pause machen Mut für die kommenden Aufgaben.
Verfasser und verantwortlich für den Inhalt: Phillip Reiche - Lippstadt Eagles


