Working time: Mon - Fri: 17:00 - 21:00 / Sam - Sun: 11:00 - 21:00

 Zwei Jahrzehnte Football hinterlassen Spuren. Bei Alexander Thomas sind es besonders tiefe. Seit den ersten Tagen der Solingen Paladins gehört der Coach zum Verein – als Spieler, Offensive-Line-Coach, Jugendtrainer, Wegbegleiter und zuletzt erneut als Headcoach des Herrenteams. Nach der Saison 2026 ist nun Schluss: Thomas legt sein Amt nieder und nimmt sich eine Auszeit vom Football.

Alexander Thomas gibt HC Posten ab - Foto: Oliver JungnitschAlexander Thomas gibt HC Posten ab - Foto: Oliver Jungnitsch

 

Es ist eine Zäsur für die Paladins. Denn wenn in Solingen über die Geschichte des Vereins gesprochen wird, fällt zwangsläufig der Name Alexander Thomas. 2006 begann alles auf der „Hundewiese“ am Weyersberg. Die Paladins waren gerade gegründet, Thomas wurde ihr erster Headcoach. Aus dem damaligen Projekt entwickelte sich über die Jahre ein Verein, der heute für viele Mitglieder weit mehr als eine Footballmannschaft ist. Thomas war dabei nahezu durchgehend Teil dieser Entwicklung.

Von der Offensive Line bis an die Spitze

Seine sportliche Heimat fand der Coach vor allem in der Offensive Line. Dort hatte Thomas selbst gespielt, später gab er sein Wissen als Trainer an die nächste Generation weiter. Über Jahre war er eine feste Größe im Coachingstab der Paladins. Zwischendurch führte ihn sein Weg sogar in die höchste deutsche Spielklasse. Als Offensive-Line-Coach der Cologne Crocodiles sammelte Thomas Erfahrungen in der GFL. Doch seine Verbindung nach Solingen blieb bestehen. Er kehrte zurück und übernahm zunächst Verantwortung im Nachwuchs, später wieder bei den Herren.

In den vergangenen beiden Spielzeiten stand Thomas schließlich erneut an der Seitenlinie der ersten Mannschaft – als Headcoach. Jetzt folgt der Schnitt. Thomas hatte den Verein bereits frühzeitig darüber informiert, dass er nach der Saison 2026 aufhören möchte. Nach mehr als 20 Jahren bei den Paladins und insgesamt noch mehr Jahren im Football soll nun eine Pause folgen.

„Alex hat früh mit uns darüber gesprochen, dass er nach dieser Saison einen Break machen möchte“, erklärt der Vorsitzende Ingo Hübner Silva. Für den Verein habe das Planungssicherheit geschaffen. Gleichzeitig macht der Vorsitzende deutlich, wie schwer der Abschied fällt. „Auf und neben dem Feld war Alex für uns eine Bank“, sagt Hübner Silva. „Umso schmerzlicher ist es, seine Entscheidung mitzutragen. Aber wir verstehen sie und respektieren sie zu 200 Prozent.“

„Dieser Verein wurde zu einem Stück Heimat“

Thomas selbst findet für seinen Abschied emotionale Worte. 20 Jahre seien eine Zahl, bei der ihm erst richtig bewusst werde, wie lange die Paladins bereits Teil seines Lebens sind. Football sei dabei längst mehr als nur Sport gewesen. Der Verein sei „zu einem Stück Heimat, zu einer zweiten Familie“ geworden.

Es habe Siege und Rückschläge gegeben, Freundschaften, Herausforderungen, Tränen und unzählige besondere Momente. Gerade diese gemeinsame Geschichte macht den Abschied für Thomas schwierig. Doch sein Rückzug ist für ihn auch eine bewusste Entscheidung. „Manchmal bedeutet Verantwortung auch, den Weg frei zu machen“, schreibt Thomas. Für Veränderungen, neue Ideen, neue Menschen und möglicherweise eine neue Richtung.

Seinen Mitspielern, Spielern, Trainern, Helfern, Verantwortlichen und Wegbegleitern sagt er vor allem eines: Danke. Und ganz verschwinden wird Thomas ohnehin nicht.

Vom Spielfeld auf die „Treppe“

Die Paladins rechnen offenbar damit, dass ihr langjähriger Coach künftig eine neue Rolle einnimmt: die des Zuschauers. Thomas darf die Spiele künftig von der „Treppe“ verfolgen – einem Platz, von dem aus er bislang eher selten einfach nur Fan sein konnte. Dass er dort plötzlich völlig ruhig bleiben wird, darf allerdings bezweifelt werden.

Auch sein langjähriger Wegbegleiter Markus Jantke freut sich bereits auf diese neue Phase. Beide kennen sich seit den 1990er Jahren aus den Tagen der Solingen Hurricanes. Während Thomas seinen Weg auf der sportlichen Seite fortsetzte, wechselte Jantke später in die Funktionärsebene. Nun endet für beide ihre aktive Zeit.

Jantke blickt deshalb bereits mit einem Augenzwinkern auf das kommende Jahr: Dann wolle man gemeinsam in der „Festung“ ein Bier trinken und „als Football-Rentner auf der Tribüne meckern und lachen“.

Die Paladins bauen bereits an der Zukunft

Während Thomas seinen Abschied vorbereitet, richtet sich der Blick bei den Paladins bereits auf 2027. Erste neue Coaches stehen nach Vereinsangaben fest, weitere Personalentscheidungen für den Coachingstab sollen folgen.

Damit beginnt nach zwei Jahrzehnten mit Alexander Thomas gleichzeitig ein neues Kapitel. Doch bevor der Blick endgültig nach vorne geht, gehört der Moment noch einmal dem Mann, der seit 2006 Teil der Paladins-Geschichte ist. Erster Headcoach. Offensive-Line-Coach. Jugendtrainer. Headcoach. Wegbegleiter. Vereinsmensch. 20 Jahre Alexander Thomas bei den Solingen Paladins – nach der Saison 2026 endet dieses Kapitel.

Aber Thomas selbst sagt es am besten: „Danke für 20 Jahre. Danke für alles.“

Verfasser und verantwortlich für den Inhalt: Ingo Hübner Silva- Solingen Paladins (redaktionell geändert)

Du hast einen Fehler auf unserer Seite entdeckt? Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@nrwfootball.de