Working time: Mon - Fri: 17:00 - 21:00 / Sam - Sun: 11:00 - 21:00

Bittere Niederlage in allerletzter Sekunde

GFL2-Aufsteiger Minden Wolves kassiert bei seiner Bundesliga-Premiere in Leipzig ein vermeidbares 10:13

Nur selten wurden die starken Receiver der Minden Wolves, wie hier Willie Fedd jr., bei der Bundesliga-Premiere in Leipzig in Szene gesetzt. Foto: Minden WolvesNur selten wurden die starken Receiver der Minden Wolves, wie hier Willie Fedd jr., bei der Bundesliga-Premiere in Leipzig in Szene gesetzt. Foto: Minden Wolves

Das hatten sich die American Footballer der Minden Wolves ganz anders vorgestellt. Eine einzige Sekunde fehlte dem Aufsteiger in der GFL2 Nord, um bei den Leipzig Lions die Overtime zu erreichen – eine Sekunde, die letztlich über Verlängerung oder Niederlage entschied. Mit einem Field Goal sicherten sich die Gastgeber vor knapp 500 Zuschauern im Sportpark Camillo Ugi in Markkleeberg mit dem 13:10 (0:7, 10:0, 0:3, 3:0)-Erfolg die ersten Punkte der Saison. Bei den Mindenern hingegen spiegelten lange Gesichter die grenzenlose Enttäuschung nach der Bundesliga-Premiere wider.

„Dieses Spiel hätten wir nie und nimmer verlieren dürfen. Ich bin völlig niedergeschlagen“, kommentierte Wolves-Vorstand Volker Krusche. Vorstandskollege Stephan Meier ergänzte: „Leichter als hier in Leipzig dürfte es in dieser Saison auswärts kaum werden, um als Sieger vom Platz zu gehen.“

Auch Headcoach Phil Gamble sparte nach Spielende im gemeinsamen Huddle nicht mit Kritik: „Das ist auch ein Ergebnis der Trainingsarbeit. Ohne intensives Training geht es nun mal nicht.“

Zum Saisonauftakt standen sich zwei Mannschaften gegenüber, die auf beiden Seiten deutliche Probleme im Offensivspiel offenbarten. „First Downs“ waren bei den Gästen ebenso Mangelware wie bei den Hausherren. Und Mindens Quarterback Darrius Sample blieb bei der Bundesliga-Premiere seines Teams einmal mehr den Nachweis seiner Klasse schuldig. Für ihn war es ein Tag zum Vergessen – mit einer Ausnahme: Ausgerechnet er war es, der den Liganeuling im ersten Viertel mit einem Lauf-Touchdown in Führung brachte und damit die ersten Bundesliga-Punkte der Wolves erzielte. Es sollte jedoch eine der wenigen gelungenen Aktionen des Amerikaners bleiben.

Entweder zwangen ihn seine Gegenspieler nach dem Snap zu Verzweiflungswürfen, oder seine Pässe waren für seine Receiver, die ihre Stärken kaum ausspielen konnten, zu hoch und unerreichbar.

Hinzu kam, dass Sample maßgeblich an den gegnerischen Punkten beteiligt war. Im zweiten Viertel roch Leipzigs Importspieler Malachi Ruffin bei einem schwachen Pass den Braten, fing den Ball ab und trug ihn postwendend in die Endzone – ein unnötiges Geschenk an die Lions.

Beide Teams taten sich gegen die starken Defensivreihen weiterhin schwer. Sample beschränkte sich zunehmend auf Ballübergaben an seine Running Backs oder versuchte, mit eigenen Läufen Raumgewinn zu erzielen. Doch immer dann, wenn sich die Wolves Hoffnungen auf einen Touchdown machen durften, fehlten die Lösungen. Drei- oder viermal standen sie nur wenige Yards vor der Goal Line, brachten das „Ei“ jedoch nicht über die Linie. Es mangelte an Überzeugung in den durchschaubaren Spielzügen – Leipzig wurde es dadurch zu leicht gemacht.

So blieben die Gäste auch im zweiten Viertel ohne weitere Punkte. Ein Field-Goal-Versuch von Tobias Pauls aus knapp 60 Yards war schlicht zu lang. Besser machten es die Lions, die im Gegenzug durch Dominik Banse aus kürzerer Distanz erfolgreich waren. So hieß es zur Pause 10:7 für Leipzig – und auf Mindener Seite fragte man sich, warum die Hausherren überhaupt in Führung lagen.

Nach dem Seitenwechsel standen die Wolves erneut direkt vor der Endzone. Doch wieder sprang aus drei Versuchen nichts Zählbares heraus. Auch weil Darrius Sample im dritten Versuch lieber selbst lief und gestoppt wurde, statt den völlig freistehenden Willie Fedd Jr. in der Endzone zu bedienen. So blieb „nur“ ein Field Goal, das Tobias Pauls diesmal sicher zum 10:10-Ausgleich verwandelte.

Da die Defensivreihen weiterhin den Ton angaben und sich die Offensiven zusätzlich durch Strafen selbst schadeten, ging es mit diesem Spielstand in die Crunchtime. Auch deshalb, weil Tobias Pauls ein weiteres Field Goal nicht verwandeln konnte.

„Anstatt Ruhe ins Spiel zu bringen und vielleicht eine Auszeit zu nehmen, mussten wir auf den Platz hetzen und sofort antreten. Das war alles andere als glücklich und hätte nicht sein müssen.“ Dem Mindener Kicker war wegen der vergebenen Chance jedenfalls kein Vorwurf zu machen.

Kurz darauf fing Benji Frese zwar eine Interception, doch der Ballgewinn wurde wegen eines Offside-Pfiffs zurückgenommen. Kurz vor dem Two-Minute Warning kam Leipzig erneut in Ballbesitz. 78 Sekunden vor Schluss schienen dann plötzlich alle Trümpfe wieder beim Aufsteiger zu liegen: Willie Fedd fing einen Pass der Leipziger ab und brachte seine Farben zurück in Ballbesitz.

Doch Darrius Sample avancierte endgültig zum tragischen Helden. 41 Sekunden vor dem Ende war sein langer Pass viel zu kurz, sodass erneut Malachi Ruffin dazwischengehen konnte. Der Leipziger trug den Ball bis an die 35-Yard-Linie der Mindener.

Die Zeit verstrich, die Defense der Gäste hielt dagegen. Doch die Uhr zeigte nur noch eine einzige Sekunde an – genug für einen letzten Field-Goal-Versuch der Lions. Und Dominik Banse versenkte den Ball sicher zwischen den Torstangen. 13:10. Leipzig jubelte, Minden trauerte.

„Unserer Defense kann man keinen Vorwurf machen. Sie hat uns immer im Spiel gehalten und selbst nur drei Punkte für Leipzig zugelassen. Die anderen Punkte sind durch die Interceptions entstanden. Die Offense hingegen habe große Schwächen offenbart, selten durchdachte Spielzüge umgesetzt, kaum First Downs erzielt, zu wenige Pässe an den Mann gebracht und selbst in vielversprechenden Feldpositionen keine Lösungen gefunden. Ich hoffe nur, dass uns diese vergebene Chance in Leipzig am Ende nicht wehtun wird.“, sagte Krusche.

Weiter geht es für die Minden Wolves am Samstag, 16. Mai, um 15 Uhr mit dem Heimspiel gegen Meisterschaftsfavorit Krefeld Ravens.

 
Verfasser und verantwortlich für den Inhalt: Volker Krusche - Minden Wolves (redaktionell geändert)

 

  • Zugriffe: 219

Du hast einen Fehler auf unserer Seite entdeckt? Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@nrwfootball.de

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.