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Eine Ära im Essener Sport geht zu Ende: Die Assindia Cardinals stellen ihre Tätigkeit ein. Mit einer emotionalen Abschiedsbotschaft auf ihrer Homepage hat der American-Football-Traditionsverein das Ende seiner Vereinsgeschichte bekannt gegeben. Damit endet ein Kapitel, das seit der Gründung im Jahr 1983 über Jahrzehnte hinweg zahlreiche Spielerinnen und Spieler, ehrenamtliche Helfer, Trainer und Fans geprägt hat. Zeitweise gehörten die Cardinals sogar der höchsten deutschen Spielklasse, der German Football League (GFL), an.

Abschied mit Wehmut, Hoffnung auf einen Neuanfang: Die Cardinals gehen - Foto: Oliver JungnitschAbschied mit Wehmut, Hoffnung auf einen Neuanfang: Die Cardinals gehen - Foto: Oliver Jungnitsch

Ein Abschied nach schwierigen Jahren
Die Entscheidung fällt den Verantwortlichen sichtlich schwer. In ihrer Mitteilung sprechen die Cardinals von einer langen Reise, die nun zu Ende gehe. Über die Jahre sei der Verein weit mehr als eine sportliche Heimat gewesen. Er habe Gemeinschaft geschaffen, Menschen zusammengebracht und Generationen für den American Football begeistert. Doch zuletzt wurden die Herausforderungen immer größer, während die Möglichkeiten zunehmend schrumpften. Trotz aller Bemühungen habe sich der angestrebte Weg in die Zukunft nicht mehr fortsetzen lassen. Der Verein zieht damit einen Schlussstrich unter eine Entwicklung, die von sportlicher Leidenschaft, aber zuletzt auch von erheblichen Schwierigkeiten geprägt war.

Die Cardinals nutzen ihre Abschiedsbotschaft vor allem, um Danke zu sagen. Der Dank gilt den aktiven und ehemaligen Spielerinnen und Spielern, den Coaches, den Betreuerteams, den ehrenamtlichen Helfern, den Schiedsrichtern, Sponsoren, Familien und Fans. Sie alle hätten den Verein über Jahrzehnte getragen und das sogenannte „Nest“ zu einem besonderen Ort gemacht. Die Farben Navy und Gelb, das Cardinals-Logo und der Ruf „Defend the Nest“ sollen als Teil dieser gemeinsamen Geschichte erhalten bleiben. Der Verein verabschiedet sich mit Wehmut, Dankbarkeit und Stolz auf das gemeinsam Erreichte.

Ein neuer Träger soll den Football in Essen retten
Doch mit dem Ende der Assindia Cardinals soll nicht auch der American Football aus Essen verschwinden. Genau darin liegt die entscheidende Botschaft der Mitteilung: Die Zukunft des Sports soll künftig in den Händen eines anderen Essener Mehrspartenvereins liegen. Wer dieser Verein ist, haben die Cardinals bislang nicht offiziell bekannt gegeben. Nach Angaben der scheidenden Verantwortlichen soll der neue Träger in Kürze selbst über die weiteren Pläne informieren. Damit steht zumindest die Aussicht im Raum, dass der Football-Standort Essen eine neue Perspektive erhält.

Auch unserer Redaktion sind Gerüchte zu Ohren gekommen, dass es sich bei dem möglichen neuen Träger um das Umfeld der ETB Baskets handeln könnte. Eine offizielle Bestätigung dafür liegt bislang nicht vor. Ob tatsächlich Verbindungen zum ETB bestehen und wie eine mögliche Zusammenarbeit aussehen könnte, bleibt daher zunächst offen. Dass ein Mehrspartenverein als neuer Träger infrage kommt, passt grundsätzlich zur beschriebenen Perspektive. Der ETB Schwarz-Weiß Essen vereint mehrere Sportarten unter seinem Dach; im Basketball tritt die erste Mannschaft aktuell als ETB Miners auf. Eine Beteiligung des ETB am künftigen Essener Football-Projekt ist damit allerdings nicht bestätigt.

Spannend wird vor allem die Frage sein, wie die sportliche Zukunft konkret gestaltet werden soll. Welche Mannschaften könnten weitergeführt werden? Welche Rolle spielen Nachwuchsarbeit, Trainer und bisherige Vereinsmitglieder? Und unter welchem Namen sowie in welchen Strukturen soll der Football künftig in Essen organisiert werden? Auf diese Fragen dürften die angekündigten Informationen des neuen Trägers Antworten geben.

Der Name verschwindet – die Leidenschaft bleibt
Für die Essener Football-Gemeinschaft ist das Ende der Cardinals ein schmerzhafter Einschnitt. Über Jahrzehnte hinweg stand der Verein für weit mehr als Ergebnisse und Tabellenplätze. Es ging um Teamgeist, ehrenamtliches Engagement, gemeinsame Erlebnisse und die Begeisterung für einen Sport, der Menschen unterschiedlicher Generationen zusammenbrachte. Ob ein neuer Träger an diese Tradition anknüpfen kann, wird sich erst zeigen. Klar ist jedoch: Mit dem Ende der Assindia Cardinals endet nicht zwangsläufig die Geschichte des American Footballs in Essen.

Die Cardinals selbst verabschieden sich mit einem Satz, der die Verbundenheit ihrer Mitglieder auf den Punkt bringt: „Once a Cardinal, always a Cardinal.“

Für den Verein ist es der Abschied nach mehr als vier Jahrzehnten. Für den Essener Football könnte es zugleich der Beginn eines neuen Kapitels sein. Und die Frage, ob die Spur tatsächlich in Richtung ETB führt, dürfte bis zur offiziellen Bekanntgabe des künftigen Trägers für Gesprächsstoff sorgen.

Oliver Jungnitsch für NRW Football

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