Starker Conner Sandvoß bejubelt Kantersieg – Greta Keerl schrammt bei der EM an einer Medaille vorbei - Mit großen Ambitionen startete die deutsche Nationalmannschaft in die Titelkämpfe der U15-Flagfootball-Europameisterschaft in Italien. Und zunächst sah in Lido delle Nazioni auch alles danach aus, als würden sich die Medaillenhoffnungen der Trainer erfüllen. Doch nach zwei bitteren Niederlagen in den abschließenden beiden Partien fand sich das Mixedteam mit dem Adler auf der Brust nur auf dem undankbaren vierten Platz wieder, nachdem man zuletzt zweimal den Kontinentaltitel hatte gewinnen können.
Greta Keerl vertrat die Minden Wolves im Dress der deutschen Nationalmannschaft bei der U15 Flagfootball-Europameisterschaft in Italien. Foto: Björn Hecker
Natürlich hielt sich die Begeisterung im deutschen Team in Grenzen. Eine Medaille hätte es schon sein sollen. Lange Gesichter bei den Spielerinnen und Spielern. Darunter auch das größte Talent der Minden Wolves. Greta Keerl war erstmals ins Aufgebot der Nationalmannschaft berufen worden – und das gleich bei einer Europameisterschaft.
Und die begann vielversprechend für die Schülerin des Mindener Ratsgymnasiums. Gleich im ersten Spiel erhielt sie von Bundestrainer Frank Grimm größere Spielanteile und krönte ihr Debüt auf Anhieb mit einem Touchdown, der nach einem Rückstand die Wende bedeutete. Letztlich setzte sich das deutsche Team sicher mit 27:13 durch. Nachdem auch die folgende Partie gegen Großbritannien (33:0) gewonnen worden war, erreichten Greta Keerl und ihre Teamkolleginnen das Viertelfinale, in dem die Slowakei mit 26:19 bezwungen wurde.
Dann aber war gegen das Team Europe, für das die russischen Flaggies an den Start gingen, nach deutlichem Pausenrückstand zwar knapp, aber letztlich verdient mit 35:36 die Reise ins Finale beendet. Dabei verkürzte der Medaillenanwärter in den letzten fünf Minuten nach einem 20:36-Rückstand noch auf einen Punkt. Das allerdings erst in den letzten Sekunden. Mehr war aber auch nicht drin.
Und wie schon im Halbfinale verschlief das deutsche Team auch im Spiel um Platz drei den Start, lag gegen Spanien zur Pause mit 7:26 zurück und musste dem Gegner nach dem 25:32 schließlich gratulieren. Für das deutsche Team, das mit großen Erwartungen angereist war, blieb nur der undankbare vierte Platz.
Für Greta Keerl war es trotz des Abschneidens dennoch ein überragendes Erlebnis. Denn die eigentlich im Tackle-Football beheimatete Nachwuchsspielerin hat sich mit der Nominierung und ihrem Einsatz in der Nationalmannschaft einen Traum erfüllt. „Klar haben wir uns mehr ausgerechnet, aber einmal für das deutsche Team auflaufen zu dürfen, ist ein tolles Erlebnis.“
Erfolgreicher lief es derweil für einen anderen Spieler aus dem Wolfsrudel. Conner Sandvoß feierte ebenfalls seine Premiere im Nationaldress und sorgte mit seinen Mitspielern nach einem 93:0-Kantersieg gegen Finnland für die EM-Qualifikation des deutschen U19-Tackle-Teams. Dabei erhielt der Neuling aus Minden große Spielanteile in der Defensive Line. „Ich bin mit meinem ersten Länderspiel sehr zufrieden“, betonte er und hob hervor, dass er im vorgelagerten fünftägigen Camp noch einiges habe dazulernen können. Dabei setzte er sich gegen einige Konkurrenten durch und schaffte den Sprung vom 63er-Kader in das 45 Spieler umfassende Spieltagsaufgebot.
„Mir hat besonders das eine Jahr mit den Herren in der GFL2 geholfen. Das ist etwas ganz anderes als die U19.“ Für die wäre Sandvoß in diesem Jahr sogar noch spielberechtigt gewesen. „So war ich physisch aber stärker und durch die Spiele in der 2. Bundesliga erfahrener.“
Das zeigte sich auch gegen die Finnen, denn der Wolf von der Weser wurde nach fast jedem Snap gleich von zwei Gegenspielern geblockt. „Dadurch stand dann immer ein anderer Spieler frei, der zusätzlich in Richtung Ball agieren konnte.“
Conner Sandvoß weiß aber auch, bei wem er sich zu bedanken hat. „Meine Trainer und die erfahreneren Spieler in Minden haben mir bei der Nominierung sehr geholfen.“
Verfasser und verantwortlich für den Inhalt: Volker Krusche - Minden Wolves (redaktionell geändert)